Verfasst von: Patrick | 2009/04/11

…und es war Sommer…

Zu dieser Jahreszeit ist es bei vielen Schweden Brauch sich via Flugzeug ins Warme zu verdrücken. Einer meiner Kollegen kam gerade braun gebrannt und mit der Erfahrung einen 75kg Blue Marlin gefangen zu haben aus Trinidad/Tobago zurück. Andere fliegen ganz schnöde nach Thailand und sehen hinterher auch aus als hätte man sie gerade frisch lackiert. Wir stellen gerade fest, dass das völlig unnötig ist. Es reicht mit der Fähre über die Ostsee zu schippern. Als wir vergangene Woche losfuhren hatten wir leichten Schneefall und – 1°C. Wir haben lange mit uns gerungen ob wir vorher noch die Sommerreifen montieren und es dann mit großen Bedenken doch getan, weil die Mistdinger vom Volvohändler lauter waren als der Motor. Jetzt sitze ich hier in Deutschland auf einer Terrasse in der Sonne und trinke bei 23°C Kaffee. Wie uns diverse Webcams verraten haben liegt bei uns zu Hause immer noch jede Menge Schnee und ich hoffe schwer, dass ich die verfluchten Reifen nicht noch mal wechseln darf.
Bei unserem Zwischenstopp habe ich auch in meinem alten Krankenhaus vorbeigeschaut und ich bin tatsächlich erkannt worden. Es war schön alle ehemaligen Kollegen im OP und auf der ITS wieder zu sehen. Geändert hat sich natürlich nicht besonders viel, es gibt weiterhin dicke Luft und ich denke ich habe in den vergangenen sechs Monaten nicht viel verpasst. Es sind Umstrukturierungen geplant die seitens der höheren Etagen Begeisterung wecken, aber beim Fußvolk doch eher gemischte bis mulmige Gefühle hervorrufen. Richtig schön war im kleinen Kreis abends im Biergarten mit einigen von denen zu quatschen die meine zwei Jahre im Klinikum „lebenswert“ gemacht haben. Einerseits ist es traurig die Unzufriedenheit zu spüren die dort herrscht, andererseits zeigt es mir aber, dass unser Schritt der richtige war. Das soll keineswegs verbittert klingen, gerade auf der ITS habe ich sehr viel gelernt, wovon ich den Rest meines beruflichen Daseins profitieren werde, aber es war mir eben auch ziemlich scnell klar, dass ich so nicht die nächsten dreißig Jahre weitermachen will. In Schweden ist auch nicht alles perfekt, aber ich kann so besser leben und arbeiten…

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Responses

  1. Lieber Kollege,
    Es ist total nett das so zu hören, es deckt sich ja auch mit den Erfahrungen des ehemaligen Magdeburger Chirurgen, der nach Mora in Schweden gegangen ist. Wir besuchen seine Familie jedes Jahr im Urlaub in Mora und freuen uns drauf. Und in ein paar Jahren werden wir wohl selbsgt irgendwo in Schweden einschneien, denn selbst eine eigene Praxis in Magdeburg ist nicht so der Hit, dass sie einen total festhalten würde. Gruß aus MD A.Pesch

  2. Ui, ich war selbst letzte Woche erst im X (ein Biergarten).

    Grüße aus dem 3. Studienjahr nach Schweden 🙂


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