Verfasst von: Patrick | 2009/05/24

Mein Leben als Hausbesitzer, Teil 1

Seit unserem Umzug nach Schweden sind wir Hausbesitzer. Da es hier relativ unüblich ist Einfamilienhäuser zu (ver-)mieten und dementsprechend unmöglich eines zu finden, haben wir quasi per „Internetshopping“ unser erstes Eigenheim erstanden. Wenn man 1800km von seinem zukünftigen Wohnort entfernt wohnt ist es relativ mühsam „mal eben“ einen Besichtigungstermin mit einem Makler auszumachen. Glücklicherweise gibt es zwei oder drei Internetportale in denen quasi alle verfügbaren Häuser inseriert werden. Wir hatten uns also auf die Suche gemacht um wenigstens eine kleine Auswahl zu haben bevor ich zum Vorstellungsgespräch geflogen bin. Da aber der Markt zu diesem Zeitpunkt relativ mies bestückt war hatte ich nur drei Häuser auf meiner Liste stehen. Um es gleich vorwegzunehmen eines davon ist es dann auch geworden und glücklicherweise auch das, das wir unbedingt haben wollten, aber unwirklich war die Aktion schon. Ich hatte keine Ahnung von Häusern, ich hatte nicht den blassesten Schimmer worauf man achten muss, wo die Fallstricke und die Problemzonen stecken. Gelernt habe ich, dass Makler auch in Schweden dicke Autos fahren und alles an ihren Häusern prima finden. Nachdem wir uns dann entschieden hatten fingen die eigentlichen Probleme an. Zwar sind Häuser in Schweden etwas günstiger als in Deutschland, aber trotzdem hatten wir den Kaufpreis nicht zufällig zu Hause rumliegen. Allerdings hatten wir Glück mit unserem Makler, der uns anfangs mit seiner „alles-wird-gut“-Mentalität zwar etwas unheimlich vorkam, der aber am Ende Recht behalten sollte. Er hat tatsächlich alles organisiert, den gesamten Papierkram, den Gutachter und zu guter Letzt auch die Bank bei der wir unser Haus dann finanziert haben. Wir wissen bis heute nicht, ob das alles günstiger gegangen wäre, aber im Grunde genommen hatten wir keine andere Chance als uns auf den Makler zu verlassen. Wir hätten sonst zigmal nach Schweden fliegen müssen, was schon finanziell das totale Desaster geworden wäre, vom zeitlichen Aufwand ganz zu Schweigen.
Nachdem alles so gut geklappt hat können wir jetzt beruhigt in das allgemeine Hausbesitzer Gejammer verfallen. Natürlich macht ein Haus eklig viel Arbeit und es war schon bequem einfach nur den Vermieter anrufen zu können wenn irgendwas kaputt war. Andererseits ist es aber auch schön einfach irgendwas machen zu können ohne fragen zu müssen ob das in Ordnung geht. Man kann Pläne machen und sich in Ruhe überlegen was man am Haus verändern will oder muss. Es gibt aber auch Dinge die quasi notfallmässig erledigt werden sollten. Da zum Beispiel unsere Vorbesitzer stilistisch nicht ganz auf unserer Wellenlänge waren dürfen wir jetzt ein Vermögen in weiße Wandfarbe investieren um die rosa Geschmacklosigkeiten los zu werden die man uns hier hinterlassen hat. Ein gewisser Grad an Kompromissen lässt sich beim Immobilienerwerb scheinbar nicht vermeiden. Farbe gehört blöderweise zu den Dingen die in Schweden teurer sind als in Deutschland, falls mir also jemand eine Freude machen möchte, Alpinaweiss ist immer richtig… 😉

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