Verfasst von: Patrick | 2010/02/17

Lange Olympianacht (mit wenig Olympia)

Erstes und zweites olympisches Gold für Schweden…

Ich hatte vorgestern Dienst und durfte den ersten Sieg im Kreise von lauter Schweden (und einem Finnen) miterleben. War schon lustig da mitzufiebern.

Ansonsten war es ein anstrengender Dienst. Ich bin mit acht laufenden Sälen ins Rennen gegangen und hatte dementsprechend zu tun. Gerade als wir endlich einen Saal mit überzogenen Tagesprogramm fertig hatten und endlich mit dem übrigen Kram anfangen wollten meldete sich das Krankenhaus in X. und bat uns ein Polytrauma zu übernehmen. Bei einem Sturz aus grosser Höhe hatte sich ein Mann so schwer verletzt, dass er dort nicht zu stabilisieren war. Als der Hubschrauber dann endlich landete waren glücklicherweise fast alle anderen Sachen erledigt und wir hatten ausreichend Personal, das auch nötig war. Der Überraschungsgast präsentierte sich mit Femurfrakturen beidseits, einer „open book“-Beckenfraktur, Haemato-/Pneumothorax, zwei instabilen Wirbelfrakturen und einer thorakalen Aortaruptur. Weil das alles mit einem ziemliche Blutverlust einherging haben die Orthopäden direkt auf der Intensiv im Bett einen Beckenrahmen angelegt, hatte ich auch noch nie gesehen, hat ein bisschen was von Feldchirurgie wenn so mitten in der Station operiert wird. Wir anderen waren damit beschäftigt Blutkonserven und Plasma anzustechen und in den ziemlich blassen Körper zu pressen. Als die Orthopäden fertig waren ging es erstmal ins CT um die Aorta noch mal zu beurteilen, im Schlepptau eine große Kühlbox mit einem beachtlichen Vorrat an Blut und Plasma… dort fiel dann die Entscheidung die Aorta zu stenten. Nach dem Umzug in den OP der „interventionellen Radiologie“ ging der eigentliche Eingriff sehr schnell, etwa 30 Minuten hat der Onkel Radiologe da rumgeprokelt und dann durften wir unseren Patienten wieder „reisefertig“ machen, was dann deutlich länger als die OP gedauert hat… das Nervigste an der Anästhesie sind definitiv die Kabel. Aber die Aktion hatte sich gelohnt, als wir wieder auf Intensiv ankamen konnten wir tatsächlich die Katecholamine abstellen.

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