Verfasst von: Patrick | 2010/05/15

Tagesordnung

Momentan sind Tagesabläufe in Mode… einen Dienst habe ich schonmal chronologisiert, hier folgt ein normaler Arbeitstag wie ihn die Kollegen Mitblogger auch gerade zum Besten geben…

6:00h – Wecker nochmal für zehn Minuten wegdrücken…

6:10h – aufstehen, anziehen, Tee kochen, Frühstück für die Monster machen

7:00h – Auto fahren und dabei Hörbuch hören, aktuell Henning Mankell – Den femte kvinnan

7:30h – Frühbesprechung, der abgehende Dienst berichtet seine Erlebnisse der Nacht und übergibt die verbliebenen Patienten im 24h-AWR an die entsprechenden OP-Abteilungen. Mein AWR-Übernachtungsgast vom Vortag, ein Patient mit einer Leberresektion, hat die Nacht gut überstanden braucht aber weiterhin Fenylefrin (ein schwaches Katecholamin) so dass er vom Dienst noch nicht auf die Station geschickt werden konnte da muss ich nochmal kucken.

7:45h – AWR, der Leber geht es prächtig, jetzt gibt es etwas Volumen und dann wird das auch mit dem Druck…

7:50h – gestern Nachmittag hab ich vergessen zu kucken was ich heute machen darf, kurze Spannung… zwei Hemikolektomien und vormittags nebenbei noch Anästhesieambulanz

7:55h – im Saal beim ersten Patienten, der ist abgesehen von seinem Kolonkarzinom ziemlich fit. Zuerst gibt es einen thorakalen PDK, dann Narkose, PDK aktivieren, noch schnell Ösophagusdopplersonde versenken, einstellen, alles stabil

8:45 – Kaffee

9:15 – die Anästhesieambulanz vermeldet den ersten Patienten, zwischendurch mal im Saal nach dem Rechten sehen und dann tapfer weiter Patienten sehen…

11:30h – die erste OP ist fertig, es ist nichts aufregendes passiert, ich habe einmal den PDK neu bestückt, sonst nichts, aufwecken, AWR, fertig…

12:10h – Mittagessen

12:35h – der nächste Patient ist da, gerade fertiggegessen, muss der zweite Kaffee wohl warten

12:40h – PDK, Narkose, Arterie, Doppler, Schreibkram wie PDK- und post-OP-Anordnungen, PCEDA-Pumpe programmieren

14:00h – Kaffee trinken und dummes Zeug quatschen

14:20 – zurück im Saal, unser Patient braucht ordentlich Volumen auch wenn die Kollegen auf der anderen Seite unsere Voluven-Beutel und deren Wechsel sehr misstrauisch beäugen…

14:45h – ich schaffe es kurz an meiner Literaturstudie zu arbeiten

15:45 – die OP wird noch dauern, schwierige Präparation, unsere Voluven-Attacke war aber ein Erfolg, seitdem haben wie eine „Gartenzaun-Narkose“

16:00h – Übergabe des Patienten an den Spätdienst

16:15 – ab nach Hause

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Responses

  1. […] Doc Brown  :  Category: Anesthesia & ICU Nachdem seit einiger Zeit immer häufiger Tagesabläufe in einschlägigen Blogs zu finden sind, möchte ich mal einen meiner Samstagsdienste […]

  2. […] einer Nacht Von ass100 Ich hab auch mal mitgemacht. So wie z.B. die Kollegen hier, hier und hier. Also, eine beliebige Nacht: here we […]

  3. […] noch im Mai? Tagesprotokolle gab’s auf mehreren Blogs, zum Beispiel bei Sophie Sternenmond, Hellimhals und Doc […]

  4. Was ist denn eine „Gartenzaunnarkose“

    • Eine völlig stabile Narkose mit gleichbleibendem Blutdruck, so dass sich die auf dem Protokoll eingezeichneten Blutdruckwerte wie ein Gartenzaun darstellen. Ich kuck mal ob ich irgendwo ein Bild finde…

  5. Danke schön!! Dank Deiner Erklärung kann ich es mir vorstellen.

    Liebe Grüße


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