Verfasst von: Patrick | 2010/07/11

Manche Dinge…

… begreife ich einfach nicht. Bekannte von uns (in Deutschland) sind junge Eltern, eigentlich richtig gute. Sie sind gut informiert, kümmern sich und haben Zeit für ihr Kind. Eventuell sind sie ein bisschen übervorsichtig, aber das waren wir bei unserer ersten Tochter auch. Jetzt, nach etwa eineinhalb Jahren, war es Zeit für den ersten richtigen Infekt. Am zweiten Tag war bei 40 Grad Fieber und  einem etwas schlappen Kind die Sorge dann doch so gross, dass sie zum Kinderarzt gegangen sind. Nicht unbedingt nötig, aber doch völlig verständlich wie ich finde. Da sie gerade bei Oma und Opa waren konnten sie nicht zu ihrem eigenen Arzt gehen und haben sich einfach vor Ort einen rausgesucht. Da kommen nun zwei junge Eltern mit ihrem bis dato kerngesunden, aber privatversicherten Kind zum niedergelassenen Pädiater und was macht der? Ja genau, Blutbild, Abstrich und Bauchultraschall! Äh, hallo? CT war wahrscheinlich gerade kaputt… *an die Stirn klatsch* Kann mir irgendjemand mal sagen, wieso man ein Loch in so ein Kind machen muss? Ich bin nun wirklich kein Diagnostikfeind aber es gibt Grenzen. Da kann man mir erzählen was man will, aber welche Begründung gibt es für invasive oder bildgebende Diagnostik am zweiten Tag eines, vermutlich grippalen, fiebrigen Infektes?  Naja, wie gesagt, ich muss ja nicht alles verstehen, ich bin ja nur doofer Anästhesist…

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Responses

  1. Was mir grade bei CT einfällt und ich schon immer wissen wollte: Ist sowas eigentlich teuer? Was müsste man dafür hinblättern, würde das nicht die Krankenkasse übernehmen? Auch dein Eintrag klingt so als wäre ein CT (auch aus Medizinersicht) recht…kostenintensiv…

  2. … warum lässt man zu, daß eine patientin sich alle zwei wochen ein rezept für 3 insulin-pens abholt? nein! blos nicht über eine diabetesschulung reden und sie dazu zwingen, eine solche zu besuchen!!! und mit dem sprung auf 15,7% bei den krankenkassen wird schon wieder alles aufgefangen … keine sorge … die mittelschicht bezahlt es ja!

    • Den Bezug zu meinem Artikel verstehe ich jetzt nicht wirklich…

      • deswegen: „… und was macht der? Ja genau, Blutbild, Abstrich und Bauchultraschall! Äh, hallo? CT war wahrscheinlich gerade kaputt… *an die Stirn klatsch* Kann mir irgendjemand mal sagen, wieso man ein Loch in so ein Kind machen muss? ….. aber welche Begründung gibt es für invasive oder bildgebende Diagnostik am zweiten Tag eines, vermutlich grippalen, fiebrigen Infektes? “

        oder in meinem Fall: Kann mir mal jemand sagen, warum 3 Insulin-Pens alle 2 Wochen verschrieben werden (und somit ´ne Menge Kosten verursacht wird), anstatt die Frau EIN MAL richtig zu schulen und damit dafür zu sorgen, daß nicht soviel Geld rausgefeuert wird.

        oder: wenn diese von mir angesprochene Diabetikerin richtig geschult wäre, käme sie vielleicht mit weniger insulin aus, würde vielleicht abnehmen, muesste nur noch tabletten nehmen und sich nicht spritzen

        wie in deinem fall, in dem teure invasive oder bildgebende Diagnostik am zweiten Tag eines, vermutlich grippalen, fiebrigen Infektes eingesetzt wird, könnte man in meinem fall auch viel geld sparen und muesste auch nicht mit kanonen auf spatzen schiessen, sprich mit insulin auf zucker sondern durch richtige und frühzeitige information viel geld sparen und die sache anders lenken

        das war gemeint

        gruessle!

  3. Tja, mit den Privatpatienten finanzieren die Ärzte ihre Praxen.
    Wäre das Kind gestzlich versichert gewesen, wären die Eltern wahrscheinlich mit ein paar beruhigenden Worten und evtl. Fieberzäpfchen wieder nach Hause geschickt worden.

    • „die Ärzte“ ist eine Formulierung die ich überhaupt nicht leiden kann, „die Ärzte“ ist eine Punk-Band (die ich gut leiden kann). Ich will mit diesem Beitrag kein Ärzte-Bashing einleiten, ich wollte nur ein Negativbeispiel aufzeigen. Wir haben sowas mit unseren Kinderärzten in Deutschland nie erlebt und ich kenne jede Menge kompetente Niedergelassene. Grundsätzlich alle Ärzte in einen Topf zu schmeissen ist Unfug. Genau wie bei jeder anderen Berufsgruppe haben eben auch wir einen Anspruch auf einen gewissen Prozentsatz an Idioten, ist nunmal so…

  4. @ Patrick: …und ich denke in deinem Post ging es vielleicht auch um die Kosten, die nicht notwendigerweise verursacht wurden, aber doch eher um das Zuviel Diagnostik, was die Unversehrtheit des Kindes betrifft. Deshalb die ironische Bemerkung mit dem CT. Oder habe ich da was falsch verstanden?

    @ KAT: Eine CT würde man nur im absoluten Notfall an einem KIND vornehmen (egal wie viel es kostet, und egal ob privat oder Kasse – es sind mehrere Hundert Euro…), weil das Gerät mit Röntgenstrahlung arbeitet & im Gegensatz zum Röntgenbild ist das quasi der Videofilm, d.h. eine hohe applizierte Strahlendosis.
    Bei einem Polytrauma bzw. bei dringendem Verdacht auf oder bei gesicherter Krebserkrankung besteht im Zweifel die Indikation zur CT eines Kleinkindes…

  5. Aber leider gibt es eben solche „Negativ-Beispiele“, und der Mann ist sicher nicht der einzige. Es sickert doch immer wieder durch, dass man nur als Privatpatient heutzutage was zählt, sich nämlich auszahlt und daher bevorzugt behandelt wird. Das ist doch wirklich nichts neues.

  6. Ich versuch immer noch Abstrich und Bauchschall unter einen Hut zu bringen… Hat das Kind aus Versehen den Tupfer verschluckt und er musste den wieder finden?

    Ich bin ja wirklich ein sehr großer Fan von BUs – aber bitte BEVOR man ein AB verschreibt – nicht aus Lust und Laune irgendwann und nicht nach dem AB!

  7. welche Begründung gibt es für invasive oder bildgebende Diagnostik am zweiten Tag

    naja – die antwort hast du dir doch oben schon vorweggenommen:

    IST_PRIVAT_VERSICHERT!!!!

  8. ich bin zwar auch kein Profi, aber bei Verdacht auf Mononukleose kann man durchaus mal auf die obengenannten Untersuchungen zurückgreifen wollen.

    • kann sein, glaube ich aber nicht wirklich… selbst wenn, diesen Verdacht bei nicht mal 48h Fieber und sonst keinen Symptomen zu haben ist doch etwas weit hergeholt…

      Darüberhinaus, was habe ich von der Diagnose? Die Therapie ist genau die gleiche wie bei fast jedem anderen Virusinfekt…

  9. Da hat wohl jemand schnellen Zaster gewittert. Puh, damit hätte der mir aber nicht kommen können… PKV hat eben auch „Nachteile“.

  10. Vielleicht wars auch einfach nur ein übervorsichtiger Arzt der eben mal grob einiges ausschließen wollte 😉


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