Verfasst von: Patrick | 2010/09/11

Fundsache: Verantwortung

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Responses

  1. *seufz* recht hat er ja.

    Aber das ist ein Systemversagen gewesen. Ich arbeite selbst in einer Behörde und weiß genau:

    Das kann _jederzeit_ zu _jedem_ Anlass wieder passieren, wenn die vorhandenen Komponenten zusammenkommen, die da heißen:

    Gier, Geltungssucht und Leichtsinn.

    Und am Ende stehen Tote und viele Verletzte. 😦

    • Der Chef des Systems das da versagt hat ist aber nunmal der, der ganz oben auf der Pyramide sitzt. Und der soll gefälligst den Arsch in der Hose haben und sagen „Ok, hier ist mächtig was schief gelaufen, es wäre meine Aufgabe gewesen das zu verhindern, die moralische Verantwortung liegt bei mir, ich gehe“ und das ist unabhängig davon wer hinterher rechtlich Schuld hat. Wer das nicht kann, soll sich nicht wählen lassen. Politik ist eben keine Schönwetterveranstaltung. Aber Moral und Geld haben ja bekanntlich wenig miteinander zu tun.

      • Irgendwo hat er recht, ja.

        Aber was würde passieren, wenn der OB zurück tritt? Man würde ggf. noch den einen oder anderen Abteilungsleiter oder Sachbearbeiter mit aufhängen (auf der Ebene gibt es kein Ruhegehalt), alle würden sich über die Verwaltung aufregen die Scheiße gebaut hat und alles wäre gut.
        Die Staatsanwaltschaft würde ein paar Strafbefehle erlassen oder gäbe sich mit einem Kuhhandel zufrieden. Es wäre jemand bestraft, es gibt einen Schuldigen und gut ist.

        Da er nicht zurück tritt, müssten sich Staatsanwaltschaft Politik und Co damit beschäftigen. Scheiße für die Opfer, Scheiße für die Angehörigen, aber gut für die Zukunft. Denn nur dadurch bekommt man raus, welche Verkettung von Umständen (Kommunikation und Verhalten der Polizei, Faken von Besucherzahlen Seitens des Veranstalters, Bestellung von zu wenig Security-Personal, Ignorieren von Hinweisen der Verantwortlichen bei Polizei und Feuerwehr) da wirklich zu der Katastrophe geführt hat und kann so was für die Zukunft verhindern.

        Das finde ich besser als das ganze nun einer Hand voll Personen anzuhängen, sie zu opfern und das ganze auf sich beruhen zu lassen.

        Und ich kann dir aus der Erfahrung (Planung von sanitätsdienstlicher Abdeckung von Veranstaltungen) sagen: Da ist einiges im Argen. Ordnungsämter die nicht wissen was ein Maurer-Schema ist, die die Rechtsgrundlagen zur Genehmigung von Veranstaltungen nicht kennen und (nach wie vor) keinerlei Auflagen erteilen. Hallenkonzerte mit 1000 Besuchern, die 2 Sanitätshelfer als Versorgung bestellen (und damit beim Ordnungsamt durchkommen). Konzerte im einzäunten Außenbereich, bei denen die Feuerwehr routinemäßig nicht eingebunden wird und es entsprechend KEINERLEI Notausgänge, Fluchtwege oder gesicherte Zufahrtswege gibt. Und das ist nur die Spitze des Eisberges. Da wird einem Angst und Bange und man hat keine Lust mehr, Großveranstaltungen überhaupt noch zu besuchen.

        Es ist Scheiße was in Duisburg passiert ist. Aber es war nur eine Frage der Zeit, dass es passiert und es ist wichtig, dass das aufgearbeitet wird und zu Konsequenzen in den Vorgehensweisen führt.

      • Es geht nicht um Schuld im juristischen Sinn, es geht um Verantwortung! Es geht um menschlichen Anstand. Es geht darum zu zeigen, dass man das Amt das man bekleidet ernstnimmt. Dieses Beispiel zeigt schlicht und einfach, dass es um Kohle geht, sonst nix. Eine eingehende Untersuchung wird ja nicht abgebrochen oder verhindert nur weil direkt nach dem Ereignis ein Politiker zuruecktritt, das muss man schon trennen können.


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