Verfasst von: Patrick | 2011/09/05

Dickschiffe

Kinderdok hat sich aufgeregt… teilweise zu Recht, teilweise … naja…

Kinderdoks Provokation ist harmlos, die Reaktionen die man in den Kommentaren lesen kann, hingegen teilweise völlig übertrieben… in alle Richtungen.

Was ist ein SUV? Schwere Frage auf die es eigentlich keine Antwort gibt. Die Schweden nennen die Dinger übrigens „stadsjeep“, also „Stadtjeep“, kleine Stichelei, nicht ganz ohne Substanz. Es gibt aber keine richtige Definition und damit kann sich jeder genau das rauspicken, was gerade am Besten in die eigene Argumentationskette passt. Für die SUV-Gegner ist es ein viel zu grosses, spritfressendes, viel zu schweres, unötiges und meist hässliches Auto. Für die Befürworter (meist Fahrer) ist es ein praktisches, bequemes Auto mit viel Platz und dem Plus an Sicherheit das man durch Allradantrieb haben kann (nicht muss)… wer hat recht? Keiner? Alle?

Um es kurz zu machen, ich bin schuldig, ich bin einer von ihnen, von den bösen, bösen SUV-Fahrern. Das corpus delicti, ein Kia Sorento der unseren Volvo V70 abgelöst hat…

Wie man den Kommentaren zu Kinderdoks Artikel entnehmen kann, wird denjenigen, die die Tatsache ein solches Auto zu haben zugeben und erklären relativ fix Humorlosigkeit vorgeworfen, auch wenn da böse unter der Gürtellinie herumverallgemeinert wird. Egal.

Wir wollten sieben Sitze und Allradantrieb, wir wollten höher sitzen (wegen der Übersicht und der Elche, nicht wegen der Macht), wir wollten Qualität, viel Garantie und kein Vermögen bezahlen. Sieht man vom letzten Punkt ab wollten wir einen VW-Bus, genauer gesagt einen Multivan. Und da sind wir an einem interessanten Punkt angelangt. Ein VW-Bus ist gross, breit, schwer, spritfressend, indieHeckscheibeblendend, hoch und hat damit alle Nachteile, die SUV auch haben. Warum ist es also politisch korrekter einen Bulli zu fahren als ein SUV? Warum es für uns kein Multivan geworden ist ist leicht erklärt, er war schlicht zu teuer, VW will nämlich für das perfekte Grossfamilienauto so richtig Schotter sehen. Aber zurück zur Frage, wieso ist es völlig in Ordnung einen VW-Bus zu fahren, nicht aber bei einen Geländewagen?

Es ist wie so oft im Leben, es gibt solche und solche und wenn man alle über den gleichen Kamm schert macht man was falsch. Falls nötig kann ich unsere Entscheidung völlig problemlos rechtfertigen, vor mir selbst, vor unseren Freunden und damit vor allen deren Meinung mir was bedeutet, der Rest ist mir Wummse. Das Problem ist natürlich, dass in dem was Kinderdok geschrieben hat die eine oder andere Wahrheit steckt, die er leider durch teilweise unsachliche und reisserische Provokationen in die Tonne kloppt. Nichtsdestotrotz muss ich zugeben, dass wir ein Auto aus einem Marktsegment gekauft haben in dem sich ähnlich viele Profilneurotiker, Schwachköpfe und Minderwertigkeitskomplexe rumtreiben wie drüben bei den Sportwagen, aber damit kann ich leben, immerhin haben wir sieben Jahre Garantie…

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Responses

  1. Auch wenn ich das Thema nicht mag, so freue ich mich wieder von dir zu lesen.

  2. So ist es. Habe grade den Beitrag (und entsprechend diesen Trackback) vom Kinderdok gesehen und bin der gleichen Meinung. Jedem das Seine, ein Körnchen Wahrheit steckt in jedem Vorurteil – und die angesprochenen „Profilneurotiker, Schwachköpfe und Minderwertigkeitskomplexe“ gibt es in fast jedem Autosegment. Warum sonst fahren bei uns immer tiefergelegte Schrottkisten mit 200dzB an unserem Haus vorbei…

  3. Er ist wieder da! Man fasst es nicht. *froi*

  4. wunderbar, hier wieder lesen zu können!
    automarke oder -form ist mir persönlich egal – leute, die ihr gefährt nicht beherrschen, gibts hinter jedem lenkrad.

  5. Ich war noch letzte Woche in Amiland mit einem Monster unterwegs, das ich hier nicht durch den Stadtverkehr bewegen möchte, GMC Yukon XL. Vorteile: Platz für bis zu 8 Personen und dann immer noch Laderaum, jede Menge elektrischer Helferlein, viel Übersicht auf der Straße.
    Nachteile: Ladekante wie ein Lastwagen, Federung besch… – man kriecht garantiert in Schrittgeschwindigkeit über die Speedbumps, eine zäh beschleunigende Automatik, die an jeder Autobahnsteigung aufheulend runterschaltet (bei Höchstgeschwindigkeiten von 65mph=105km/h), Einsteigen heißt hinaufklettern – die Trittbretter sind nicht zur Verzierung da.

    Für amerikanische Highways ein gemütliches Auto, dessen Spritverbrauch sich bei den amerikanischen Preisen verschmerzen läßt. Und für fünf Personen (mit über 8,8m Gesamtlänge 🙂 ) und dem Gepäck von Mama, Papa und drei Teenie-Mädels(!) platzmäßig ausreichend.

    Wo ein zweiradgetriebenes SUV eigentlich nur Sinn macht ist der Schleppbetrieb, besonders für Bootstrailer, da wird jedes leichte Fahrzeug zum Sicherheitsrisiko.

    Aber beim nächsten Mal wird unser Urlaubsauto möglichst ein Honda Odyssey oder Toyota Sienna aber bitte kein Ford Expedition, dessen Sitze haben uns vor zwei Jahren mal kurzzeitig gequält.

    Hier in Deutschland macht sich meine Frau einen Sport daraus unser Dickschiff unter den Normverbrauch von fünfeinhalb Litern zu drücken.
    Den Seat Alhambra gibt es jetzt wohl auch mit Vierradantrieb wenn nötig.

  6. Hm. Allradantrieb bräuchte ich bestenfalls zum Wohnwagenziehen, ansonsten liegt das Lastenheft hier ähnlich. Und das Auto hört auf den Namen 807. Mit einem Verbrauch von 6,7 Litern Diesel im Schnitt… (5,9 laut Norm, aber dafür fahren wir zuviel in der Stadt, und mit zwei Fahrern braucht ein Auto immer etwas mehr.)
    Die Dieselpreise sind hierzuland fast doppelt so hoch wie vor sieben Jahren, als ich ins Land kam; trotzdem hätte ich auch damals keine amerikanischen Verbräuche tolerieren mögen: was einmal verbraucht ist, ist weg, und die Reserven sind begrenzt. Deshalb bin ich zufrieden, im Dienstalltag mit einem C3 unterwegs zu sein, der seit Indienststellung im Schnitt 4,7 Liter je 100km verbraucht hat.

  7. zuerst mal: schön, hier wieder was zu lesen zu bekommen :o) ich freu mich!

    und dann: auch in unseren hushalt gibt es so ein dickschiff. (dazu noch aus der protzerliga … *rotwerd*) aber seit dem vorletzten und dem letzten winter lebe ich nach dem motto: im sommer ist es immer leicht, sich über die dickschiffe lustigzumachen (wahlweise: aufzuregen).
    im winter schleppen wir die „kleinen kreischer“ dann aus zugeschneiten, nicht geräumten straßen frei oder ziehen sie aus der schneewehe. mitten in deutschland, aufm flachen land (mitteldeutsche tieflandsbucht), wohlgemerkt.
    abgesehen davon ist der dicke ein segen, wenn es in den urlaub geht. im schnee grip und vortrieb in jeder lebenslage, im sommer platz ohne ende für zwei bekloppte, die neben des gatten nachwuchs auch noch ihre fahrräder UND gepäck mitschleppen wollen.

    insofern hab ich mir des docs argumente nur überflogen, bis zu dem moment, wo sich mein gefieder zu arg sträubte, und bin lieber hierher zu den suv-verstehern mit hirn zurückgekehrt ;o))

  8. das ein Bulli mehr Akkzeptanz erfährt als ein SUV, weil man eher glaubt das ein Bulli voll besetzt rumfährt, als das so ein SUV im Gelände unterwegs ist…

  9. Hallo Patrick, ich bin erst jetzt auf Deine Seiten gestoßen und das Thema SUV (oder – wie Du schreibst „Dickschiffe“) ist sicherlich eine never ending story, trotzdem möchte ich daz auch etwas beitragen.
    Es ist sicherlich ein Unterschied, ob man solch ein Fahrzeug als Einzelperson in der Großstadt betreibt oder als Großamilie in der „Prärie“ (oder Tundra, Taiga .. 😉 ) mit Gefahren wie Elchen, Braunbären etc.
    Aber, für alles gilt der Satz meiner Oma: „Der Eine ißt gern Schmierseife und der Andere Bohnerwachs.“
    Herzliche Grüße aus Frankfurt am Main
    Hajo


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