Verfasst von: Patrick | 2011/04/17

A long long time ago…

… in a galaxy far far away…

Morgens um  kurz nach fünf ist Chirurg Fleischer gezwungen einen akuten Bauch anzumelden, er ruft seinen Hintergrund ins Haus, informiert den Anästhesisten und das OP-Team. Fleischer ist frischgebackener Facharzt, Vater von zwei kleinen Kindern und hat gerade in irgendeinem Krankenhaus angefangen. So gegen 6:30 hat dann die Anästhesie den Patienten mit einem PDK versorgt, eine Arterie gelegt und den Patienten schlafen gelegt, so dass die Helden des OPs beginnen können. Die OP ist nicht ganz einfach, der Bauch nach einer Gallen-OP vor zwanzig Jahren völlig verwachsen und es dauert. Fleischer hätte aber eigentlich um sieben Uhr Übergabe und würde dann um halb acht den Quell der Freude verlassen… tja eigentlich… nun steht er ja am Tisch, er hat die ganze Nacht in der Notaufnahme rumgerödelt, ist müde und soll um acht seine Töchter in den Kindergarten bringen, weil seine Frau heute eine wichtige Präsentation hat. Was nun? Sagt man da was? Fragt man ob man abgelöst werden kann? Oder gab es früher überhaupt Chirurgen mit berufstätigen Frauen? Man kann das auch mit einer Chirurgin spinnen… gab es früher Chirurginnen mit Kindern?

Das waren so meine Gedanken, als ich vorgestern Früh sehr müde meine Polytrauma-Patientin im OP an meinen Kollegen übergab und irgendwie verwundert wahrnahm, dass mein Kollege von der Chirurgie genau dasselbe tat um dann noch vor mir den Saal zu verlassen und nach Hause zu gehen. Der hat unaufgefordert eine Ablösung bekommen. Das habe ich in Deutschland nie gesehen, da galt der gute alte Spruch „warten bis Entsatz kommt“… und der kam nie… hat sich da was geändert in Deutschland?

Advertisements
Verfasst von: Patrick | 2011/04/13

ohne Worte

Verfasst von: Patrick | 2011/04/11

Vorfreude

Am Mittwoch ist es soweit, nach 17 Jahren des Umherirrens im Dunkel der Sümpfe in denen die Geister aus Redmond herrschen, trete ich ins Licht…

Verfasst von: Patrick | 2011/04/10

Unbezahlbar!

8:00h

Dienstschluss, ich sitze im OP-Trakt am Stützpunktschreibtisch und warte auf meine Ablösung. Wir haben die ganze Nacht operiert, ich bin müde und habe den mit Abstand schlimmsten Muskelkater meines Lebens. Seit ca. 7:00h werde ich im Minutentakt angepiepst weil all die DeppenAufschneider Operateure da draussen gleichzeitig anfangen wollen, was bei elf angemeldeten OPs und zwei OP-Teams aber nicht ganz so einfach ist.

8:10h

Ich werde nervös… wo bleibt L.? Ich will nach Hause! Vorsichtshalber suche ich mir L’s Telefonnummer heraus…

8:15h

So! Jetzt reicht es! Der hat anscheinend verpennt… und geht nicht ans Telefon, allerdings hört sich das Klingelzeichen etwas komisch an…

8:25h

Drei Versuche später… ich bin genervt und rufe meinen Hintergrund an… M. ist auf Intensiv und verspricht gleich zu kommen. Da ruft L. zurück:

– L. hier, was gibts?

– Ich warte auf Dich, Du hast Tagdienst…

– Äääh, was?

– Du hast Tagdienst, ich will nach Hause…

– Ääääääääh, ich bin in England auf Fortbildung!

*Plonk*

– Fuck! Scheisse! Mist! Verfluchter Dienstplaner!!!

Naja, insgesamt waren es dann zwei Überstunden und zwei gestartete Narkosen, dann kam mein Retter T. der für die zehn Stunden ungeplanten Tagdienst eine komplette Woche frei bekommen wird, cool, oder?

Verfasst von: Patrick | 2011/04/09

hell yeah!

Ich war noch nie sportlich… durch die Schule habe ich mich mit Vieren in Sport gequält und so ein richtiger Sportfan war ich nie. Kurz vor Ende des Gymnasiums habe ich angefangen Rennrad zu fahren und das dann auch eine ganze Weile relativ regelmässig gemacht, auch im Studium noch, bis dann unser Nachwuchs ins Spiel kam… irgendwie ging das dann nicht mehr so richtig. Radfahren ist zeitaufwändig und muss irgendwie geplant werden, in Kombination mit meiner Affinität zum Sofa… naja, egal. Zusammenfassnd lässt sich sagen, dass ich seit Ewigkeiten keinen Sport mehr gemacht habe und ein Spurt über drei Stockwerke zu einem Rea-Alarm nicht wirklich schön anzusehen war/ist. Irgendwas musste passieren! Ich hasse es zu laufen (also Jogging wie es in den Achtzigern mal hiess, heute heisst das wahrscheinlich „Running“), der unumstössliche Vorteil dieser Art des Trainings ist aber nunmal der minimale Aufwand. Schuhe anziehen, fertig. Keine Tasche packen, keine langwierige Route ausarbeiten, fantastisch. Also habe ich mir ein paar Schuhe gekauft und bin gestern zum ersten Mal seit etwa zwanzig Jahren wieder „gejoggt“ (jawollja, damals hiess das noch so) und heute kann ich mich kaum bewegen, kein Scherz. Mir tun Stellen am Körper weh von denen ich a) nicht gewusst habe dass sie existieren, b) ich nicht wusste, dass man da Schmerzen haben kann und c) dass diese Muskeln auch nur im Entferntesten was mich gehen/laufen/rennen zu tun haben… und in einer Stunde darf ich zum Dienst, das wird eine lustige Nacht…

Verfasst von: Patrick | 2011/03/16

Deep shit

Ich habe mich eine Weile nicht gemeldet, mir war nicht danach… Mein Start in die Welt als Facharzt hat sich etwas anders gestaltet als ich mir das gewünscht hätte. Innerhalb von vier Wochen habe ich zwei Patienten im Saal „verloren“. Manch einer wird jetzt sagen „passiert halt“, „muss man mit leben“ und da ist natürlich was dran. Einerseits ist das ein Abbild des Patientenkollektivs mit dem man zu tun hat und  zeigtdass die Zeiten in denen man nur die einfacheren Sachen gemacht hat definitiv vorbei sind. Andererseits ist das Stress… und zwar so richtig… an den abgebrühten Vollprofis prallt sowas wahrscheinlich ab, aber soweit bin ich nicht und wahrscheinlich (hoffentlich?) werde ich nie dahin kommen. Bei beiden Patienten kam es trotz ihres extrem kritischen Zustandes überraschend und auch wenn wir alles getan haben was wir konnten und niemand mir oder jemand anderem einen Vorwurf macht, bleiben dennoch kleine Zweifel bestehen, die eine ganze Weile an mir genagt haben. Es ist nichtmal so, dass ich bestimmte Dinge nennen könnte die eventuell nicht gut oder gar falsch gelaufen sind, aber es sind diese „was wäre gewesen wenn…“ Überlegungen die ziemlich penetrant sein können. Ich habe bestimmt schon über 200 Reanimationen miterlebt, sowohl prä- als auch intrahospital, aber diese beiden Situationen waren mit nichts zu vergleichen. Naja, es ist einiges an Zeit vergangen nun  und eventuell hat sich ja jemand gefragt wo ich eigentlich stecke…

Verfasst von: Patrick | 2011/02/03

Sneak Preview

Wikio erstellt jeden Monat Rankings für Blogs, hier eine Sneak-Preview auf die Top 20 der medizinischen Blogs im Februar…

1 Gesundheitliche Aufklärung
2 PharMama’s Blog
3 Monsterdoc
4 Alltagimrettungsdienst Blog
5 rettungsdienstblog
6 rescue blog
7 Medizynicus
8 kids and me
9 Return of 8er Tubus
10 Es wird mal kurz hell im Hals…
11 gesundheits blog
12 Stationäre Aufnahme
13 resuscianne
14 Krankenversicherung Portal
15 medinfo
16 Neuraltherapie.Blog
17 Zwischen Himmel und Erde
18 Avialle’s Blog
19 DZVhÄ Homöopathie.Blog
20 Dr. med. Ewald Proll

Ranking erstellt von Wikio

Verfasst von: Patrick | 2011/01/27

Nachtarbeit

Die Bilanz der vergangenen Nacht:

  • akute Abrasio bei schiefgegangenem medikamentösem Schwangerschaftsabbruch
  • akute Laparotomie bei Darmischämie
  • akute Spinalstenose (klingt doof, gibts aber wirklich akut)
  • dringende Sectio (anpiepsen bis Schnitt 13 Minuten MIT Spinalanästhesie, yesss…)
  • rupturiertes Bauchaortenaneurysma
  • als kleiner Bonus ein Blinddarm

Jetzt müde, Patrick schlafen…

Verfasst von: Patrick | 2011/01/23

jawollja…

zu schön…

Quelle: http://www.oli-hilbring.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/tourette2.jpg

Verfasst von: Patrick | 2011/01/22

long distance

Ich stehe im OP, wir haben gerade fertig eingeleitet, da werde ich direkt von der Vermittlung angepiepst. Das passiert selten und bedeutet meistens, dass man ein Gespräch von ausserhalb hat. Als ich dann verbunden werde meldet sich mein Kollege S. Im Prinzip nichts Merkwürdiges, dass man von Kollegen bei der Arbeit angerufen wird, nur ist S. aktuell als Militärarzt in Afghanistan, entsprechend gross war das Fragezeichen in meinem Gesicht. Was dann folgte war gleichzeitig lustig und erschreckend. S. stand in der Apotheke des Bundeswehrkrankenhauses in Mazār-i Scharif und wollte eigentlich Infusionen bestellen. Es war aber nicht möglich in dieser Apotheke einen Menschen aufzutreiben der Englisch sprechen konnte. Internationaler Einsatz, Kooperation mit wasweissich wie vielen Nationen, eine Apotheke die wasweissich wie viele Nationen beliefert und da spricht keiner Englisch? Peinlich… und da war S. dann leider gezwungen seinen Kollegen in Schweden anzurufen, damit der ihm die wichtigsten Worte ins Deutsche übersetzt. Eigentlich sollte ich zu Guttenberg eine Rechnung schreiben, also ehrlich…

« Newer Posts - Older Posts »

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: